Ein Oscar für zehn Jahre Schüssel live

Oberursel (ge). "Die Schüssel" wie er leibt und lebt. So stand er in modischen Jeans, Marke, Bernemer Halblange", blaugeblümten Hemd und passender Kappe, halt eben wie immer, auf der Bühne. Und so lieben ihn seine Fans. Die Stadthalle war bei seiner Jubiläumsveranstaltung bis auf den letzten Platz gefüllt.

Schüssel ist Kult in Oberursel und bei seinem Jubiläum waren alle dabei. Es sollte ein Abend mit Überraschungen werden, das versprach er seinem Publikum. Er wisse selber nicht ganz genau, was seine Freunde sich alles ausgedacht hätten. Ganz zum Schluss gab's für ihn selber eine riesen Überraschung. Der Steinbacher Bürgermeister Peter Frosch überreichte ihm den 1. Steinbacher Comedy-Oscar. Da war die Schüssel gerührt und fast sprachlos. In seiner launigen Laudatio berichtete Peter Frosch von den Anfängen des Preisträgers in Offenbach, dort erblickte Peter Schüssler das Licht der Welt, und von seiner Jugend in Steinbach, wo er seit seinem sechsten Lebensjahr aufwuchs. In die große Nachbarstadt verschlug es das Oberurseler Urgestein erst mit dein 24. Lebensjahr, Schuld daran war der Fußball, genauer der 1. FC. Kein Wunder, dass sein Herz immer noch für den Fußball und für seine „Eintracht" schlägt.
Fröhlich, mit einem Bier Glas in der Hand, begrüßte er seine Gäste. Als erstes seine Mama, natürlich auch seinen Dienstherrn Bürgermeister Hans-Georg Brum, während dessen Vorgänger Gerd Krämer die Schirmherrschaft über die Jubiläumsveranstaltung übernommen hatte. Und dann sang er erst einmal ein Liedchen und schon flogen lauter Kuscheltiere, geworfen von weiblichen Fans, auf die Bühne. Viele Freunde und Weggefährten gestalteten das Programm des Orscheler Comedy-Stars mit wie die vier Blechbläser aus Hundstadt. Natürlich war eine Abordnung der Frohsinn-Sänger erschienen. Sie glänzte mit dem Grönemeyer-Song „Männer" das sie in Black Föös-Manier a cappella intonierten. Um gleich darauf mit blonden Perücken verkleidet die „Frauen” zu besingen.
Für das Phänomen Schüssel gibt- es keine plausible Erklärung. Seit vielen Jahren sind alle Vorstellungen mit jedem seiner Programme im Brauhaus-Keller ausverkauft, oft gab er wegen der großen Nachfrage noch Zusatzvorstellungen. Immer schafft es dieses kurzbreitwüchsige Humorpaket. 110 Kilo verteilen sich auf 169 Zentimeter, leichtfüßig auf der Bühne präsent zu sein. Mit seinem derbem Charme und deftigen Sprüchen - oft unter der Gürtellinie - versteht er es, als Frontmann des prallen Menschenlebens das Publikum zu packen und zu Lachstürmen hinzureißen. Echte Fans kennen seine Kalauer fast'. alle, ebenso wie die imaginäre Schüsselfamilie mit Ehefrau Frieda, Sohn Heinz-Rüdiger und Hund Flocki, dessen Hundehütte auf der Bühne aufgebaut war. Und wer sich aus Oberursel nach Wiesbaden auf den Weg macht. lässt sich durch Friedas Figur „1. Ring, 2. Ring, Äppelallee” den Weg in den Landeshauptstadt weisen.
Langweilig wird's bei der Schüssel nie. Gerne nimmt er die Statistik zur Hilfe, besonders wenn es um das Thema „Frauen” geht. Auch für den Noch-Bundeskanzer Gerhard weiß er Rat: „Heirate doch die Merket, dann bleibst du auch Kanzler'.
Diese Jubiläumsveranstaltung bot dem Publikum alt Bewährtes und Bekanntes aus seinen Programmen der letzten Jahre. Zum ersten Mal war aber seine Frau Frieda, die zarte schlanke Nicole, mit auf der Bühne. Sie hatte sich unter das Ballett der „Putzfrauen vom Verein Frohsinn geschummelt. Ausgestattet war die Putztruppe mit Schrubbern, Schlappen, Kopftüchern und fetzigen Kittelschürzen. Darunter zeigten sie ausgestopftes Feinripp-Dessous in Größe XXXL, das sie hei ihrem schwungvollen Tanz freizügig preisgaben.
Wenig Spaß versteht die gesamte Schüssel-- Familie, wenn es um das Brunnenfest geht.
Da ziehen sie alle an einem Strang und wollen sich ihr Fest mitten in der Altstadt nicht
durch einige Wenige, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlen. vermiesen lassen- Mit seinen klaren Bekenntnis zum Brunnentest erntete der Humorist Beifallsstürme im Saal. Auch wenn er sich Oberursel als Thema vornimmt. über den scheppen Marktplatz und den „Prostata-Brunnen° am Epinay-Platz lästert, trifft er beim Publikum genau ins Schwarze. Ernst nimmt Peter Schüssler sein soziales Engagement.
Der Verkaufserlös seiner Fan-Artikel und CD's kamen bereits sozial schwachen Familien zugute, ebenso unterstützt er den IB, den Internationalen Bund für Sozialarbeit, der noch Geld für sein Kulturcafé Diana in Bommersheim benötigt. Dafür mögen ihn seine Fans und viele unterstützen sein soziales Engagement.
Lang ist die Liste seiner Helfer und er hat sie alle auf der Rückseite seiner Veranstaltungsankündigung aufgeführt. Er ist halt eine grundehrliche, anständige Haut, ein echtes Orscheler Original. Natürlich sang er wie immer zum Schluß jeder Vorstellung „Das ist Schüssels Leben”, seine Fans hatten nichts anderes erwartet und feierten ihre „Schüssel' mit Standing Ovations. Seines neues Programm startete am nächsten Abend im Brauhaus-Keller unter dem Motto "Jubel-äum”.





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