Das neue Kinderzimmer ist schon fertig
Von Petra Pfeifer

Oberursel. Wie Weihnachtsboten sehen die Damen und Herren rund um Peter Schüßler eigentlich nicht aus, aber was sie vorhaben, birgt den wahren Geist der Weihnacht. Zum vierten Mal organisiert der Oberurseler Kabarettist die Weihnachtsaktion für bedürftige Oberurseler Familien. «In diesem Jahr sind es eine allein stehende Mutter und ihre siebenjährige Tochter, denen wir zu einem schönen Weihnachtsfest verhelfen möchten», verrät die «Schüssel». Denn wie bei den zurückliegenden Aktionen erfahren den Namen der Betroffenen allerhöchstens jene, die mithelfen.

Am Samstag seien sie zum ersten Mal bei den beiden gewesen. «Was uns dort erwartet hat, kann man nicht wiedergeben», sagt Peter Schüßler. Durch einen städtischen Kindergarten ist er auf Mutter und Tochter aufmerksam gemacht worden und weiß mittlerweile, dass beide, bevor sie ihre Zweizimmerwohnung bezogen, im Frauenhaus lebten. «Die Frau hat viel ertragen müssen», ist alles, was Schüßler verrät.

Bei ihrem ersten Besuch war’s noch sehr eng in der Wohnung. «Die beiden waren durch gut meinende Mitbürger derart mit alten Möbeln und Kleidern bedacht worden, dass da gar kein Durchkommen mehr war», so Schüßler.

Vermutlich habe die Mutter sich nicht getraut, etwas abzulehnen, da die Leute sonst gedacht hätten, sie sei mit allem versorgt. Die erste Handlung war daher, die Wohnung zu «entkernen». Hierfür trug der Bauhof seinen Teil zu der Aktion bei und fuhr eine komplette Lastwagenladung Sperrmüll kostenfrei ab. Endlich konnte die Schreinerei Hansen den Kleiderschrank und das Kinderzimmer aufbauen. «Das Mädchen hat mir richtig Leid getan», sagt Julian, der sechsjährige Sohn von Peter Schüßler und seiner Lebensgefährtin Nicole Horn, die hinzufügt: «Sie hatte noch nicht einmal Platz, ihre Hausaufgaben zu machen.»

Wie in den vergangenen Jahren kommt das Weihnachtsessen vom Oberurseler Brauhaus, und es gibt tolle Gutscheine von Oberurseler Einzelhändlern. Auf den Wunschzetteln von Mutter und Tochter finden sich Couchgarnitur, Fernseher, Kinderfahrrad oder Barbie-Puppen. «Doch was es tatsächlich zu Weihnachten gibt, ist eine Überraschung», so Schüßler.

Zum Dank verteilt er in diesem Jahr Urkunden an alle, die mitmachten. Frederick Wilkinson von der Firma Dayton Progress ist von Anfang an an der Aktion beteiligt: «Schade ist nur, dass wir weder einen Einzelhändler von Kinderspielzeug noch von Kinderbekleidung für die Aktion gewinnen konnten», bedauert er.

Doch dafür gibt’s bereits Unterstützung von jenseits der Stadtgrenze: Die Freizeitkicker Kirdorfer Grashoppers stellen den beiden in Not geratenen einen ansehnlichen Geldbetrag zur Verfügung.


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