Peter Schüßler alias "Schüssel" macht  sich mit diesen  und  weiteren Helfern  des Chriskinds stark für eine
Familie in Not.   Foto: ach

„Schüssel"-Hilfsaktion für eine arme Familie

Oberursel (ach). Im vergangenen Jahr hat „Schüssel” zusammen mit einer Reihe von Geschäftsleuten einer in Not geratenen Familie wieder auf die Beine geholfen. Nun sind es noch mehr Helfer geworden, die einer allein erziehenden Mutter mit zwei Kindern ein frohes Weihnachtsfest bescheren wollen.
„Die Familie vom vergangenen Jahr hatte es ja schon schlimm erwischt, aber was wir diesmal gesehen haben, hat uns die Sprache verschlagen”, gesteht Peter Schüßler alias „Schüssel” . Es gab wohl keine Betten, kein Besteck und keine Gläser, weder Handtücher noch Bettwäsche, an ein Bügeleisen mit Bügelbrett oder gar ein Radio oder einen Fernseher war gar nicht zu denken. Ja nicht einmal ein Besen war in der Wohnung, als der Oberurseler Comedian nach Rücksprache mit dem Sozialamt der Familie einen ersten Besuch abstattete. „Auf den Steckdosen war kein Strom und im Zimmer der Kinder brannte kein Licht, da hab ich erst mal den Weiler geholt”, blickt „Schüssel” zurück. Der Elektriker brachte einiges in Ordnung — und verlangte nichts. Die erste gute Tat in der Vorweihnachtszeit für die ausgewählte Familie war vollzogen. Nicht ganz, denn „Schüssel” hatte ja schon während seiner Auftritte im Oberurseler Brauhaus die „Schüssel-Käppis” und Sticker für den guten Zweck verkauft. „Was da zusammen gekommen ist, ist aber nicht mein Verdienst, rundem das meines wunderbaren Publikums, das fleißig gekauft und darüber hinaus viel Geld gespendet hat”, sagt er bescheiden.
Dann kamen wieder alle, die schon im vorigen Jahr bei der Spendenaktion dabei waren, um erneut dem Christkind etwas unter die Arme en greifen: Neben Elektro Weiler Jürgen Herbertz von der Gesehenk-Boutique, Joachim Kajba vom gleichnamigen Friseursalon, Horst Michel mit Familie vom Sporthaus Taunus, Freddy Wilkinson von der Firma Dayton Progress, die die heiß begehrten Schüssel-Käppis herstellt, Angelika und Werner Erbacher vom Army-Shop. Christophs Backhaus, bei dem die Familie vom vergangenen Jahr noch immer am Abend Restbrot holt, stellt wieder Backwaren und Weihnachtsgebäck für „die Neuen” zur Verfügung, Heinrich Wirtz von der Metzgerei Wirtz und Abt liefert Fleisch und Wurst dazu und damit al-
les besser rutscht, gibt's Mineralwasser und Fruchtsäfte von Frank Steier von Getränke Jansen. Sabine Höfen und Wolf-Dieter Trumpp von Amicus stellen den Erlös ihres Standes auf dein Weihnachtsmarkt zur Verfügung, Carlo Fydrik vom Wochenmarkt liefert wieder den Weihnachtsbaum frei Haus und Thomas Studanski, der Wirt des Alt-Oberurseler Brauhauses bereitet ein schönes Weihnachtsmahl für die Drei mit Pute, Knödel, Blaukraul und Kastanien.
Neu beteiligt haben sich Garten- und Landschaftsbauer Martin Quirin, Metallbauer Dirk Velte und Raumausstatter Jörg Heller von Tuchfühl, die aus dem gemeinsamen Glühweinverkauf auf dem Weihnachtsmarkt einen Fernseher, einen Staubsauger und einen Christbaumständer besorgt haben, Antonietta Salvatore, die in ihrem Friseursalon der Frau schon eine Weihnachtsfrisur verpasst hat, Petra Richter, die aus ihrem Handels- und Dienstleistungsservice ein Handy für die Frau spendiert hat, Carrie Haupt, eine Arbeitskollegin von „Schüssel” im Rathaus, die Bettwäsche, Handtücher und zwei Päckchen mit Spielsachen angeschleppt hat, und der kleine Julian — der Sohn von „Schüssel” und Nicole hat seine Autokiste durchstöbert nach Spielsachen, die er abgeben kann.
„Es ist wirklich enorm, was zusammen kommt, wenn ein paar Leute in die Speichen greifen”, freute sich „Schüssel” und warf einen Blick zurück auf die Familie, der man vor einem Jahr unter die Arme gegriffen hatte. Der Vater war nach der Insolvenz seines Arbeitgebers arbeitslos geworden, die Wohnung konnte nicht mehr bezahlt werden, die Familie geriet in die Abwärtsspirale, die sich immer schneller drehte. „Heute hat der Vater Arbeit, die Mutter arbeitet halbtags, die Leute können nachts wieder schlafen”, freut sich Peter Schüßler.
2005 werde es erneut eine solche Aktion geben, versicherte er, in die auch Erlöse aus dem Jubiläum .,Zehn Jahre Schüssel im Brauhaus” fließen werden. Nun wünschen sich die Helfer, dass sich nach dem Beispiel der Handwerker ebenso viele Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Kindermoden, Spielwaren und anderen Dingen, die auf den Wunschzetteln der Kinder stehen, beteiligen. Diesmal standen ein Hubschrauber und ein Polizeiauto beim Jungen, Roller Blades, eine Wollmütze und ein Schlitten beim Mädchen drauf.


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