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Vom Kleingeist und vom Poller-Koller
Von Christine Schöning
Oberursel. Schlüsselerlebnisse, die kann jeder von uns haben, aber wenn «die Schüssel» mal wieder die große Politik unter die Lupe nimmt und auch nicht davor zurückschreckt, schonungslos die Geschehnisse in der Brunnenstadt zu kommentieren, dann sind es eben «Sch(l)üsselerlebnisse». Genau so nennt sich auch das neue Comedy-Programm von Peter Schüßler, alias Schüssel, das jetzt im vollen Brauhaus-Keller Premiere hatte.
Was ist wohl geworden aus Frieda, Schüssels Göttergattin, Heinz-Rüdiger, dem pubertierenden Sohn, und Hund Flocki, die ja allesamt zur Schüssel-Sippe dazugehören. Keine Angst, sie waren alle da. Und die eingefleischten Schüssel-Fans wird es sicherlich gefreut haben zu erfahren, dass die Liebe zu Frieda bei Schüssel noch so frisch ist wie am ersten Tag. «Frieda, die Frau, die reden kann, ohne ein Thema zu haben.» Und wenn Schüssel von ihr und der «Herdanziehung» faselt, kann man sich richtig vorstellen, wie die Schüssels im trauten Heim debattieren. Aber meistens müssen sie das nicht einmal, wozu gibt es schließlich das Fernsehen. Eins kann Schüssel allerdings gar nicht leiden und das sind Sendungen wie «Ich bin ein Star, holt mich hier raus» oder «Die Alm». Das sei «Massenverdummung an den TV-Geräten», echauffiert sich das Orscheler Original. Ähnlich sei es aber auch mit Schröders Regierung. «Der kleine Malocher wird von denen doch splitterfasernackt ausgezogen», findet Schüssel. Und wenn auch noch die Kindersparbücher geplündert würden, dann liefe das wohl unter dem Motto «Ein Hartz für Kinder».
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Im zweiten Teil der Show geht es kommunal weiter. So plädiert Schüssel dafür, dass die Politiker im Rathaus ein Belegungsrecht im Altersheim bekommen sollten, denn dann könnte man sie direkt umbetten. Auch die kostenlosen Parkplätze in der Stadt hat Schüssel im Visier. «Die Autofahrer haben doch schon den Poller-Koller», sagt er. «Dagegen war der alte Hipo Usinger doch ein Waisenkind.» Ganz schwarz sieht der «bauernschlaue Kleingeist» jedoch für den Orscheler Einzelhandel. «Das Problem ist nicht, dass die Läden um 19 Uhr dicht machen, sondern für immer.» Da stellt sich ihm nur eine Frage: «Was macht eigentlich die CDU in Orschel? Diskutieren die nur noch intern oder sitzen die nicht mehr im Parlament?»
Nur über ein einziges Thema will er nichts mehr sagen: das Brunnenfest. Aber dieses Versprechen bricht er noch in derselben Sekunde. «Erst alle Stände zumachen und dann kommt das Feuerwerk, nee», meint die Schüssel, so ginge es ja nun nicht. Eins scheint sicher, bei Lachmuskelerschlaffung hilft nur die Schüssel-Therapie.
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