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Von Brunnenfest-Motzern und Superkanzlern Von Petra Pfeifer Oberursel. Wie viele Reizthemen es in diesem Jahr gab, wird deutlich, wenn man Peter Schüßler in "Orschel hat "nen Superstar" erlebt. Vor Freunden, Bekannten und vielen Fans feierte der Kabarettist am Freitagabend im ausverkauften Braukeller des Brauhauses Vetter die Premiere seines neuen Programms. Zunächst drehte sich, wie bei ihm üblich, alles um seine Frieda und seinen Junior Heinz-Rüdiger. Hier kalauerte "Schüssel", angetan mit Baseball-Mütze, bunt geblümtem Hemd und paillettenverzierter Jeans, über Vernissagen-Besuche, Hochzeitsnächte oder die Wiedergeburt. Dann aber widmete sich die Orscheler Kleinkunstgröße dem Irak-Krieg, "einer Busch-Aktion unter dem Titel Räumungsklage wegen Eigenbedarf" und rätselte darüber, wie der angekündigte, humane Häuserkampf wohl hätte aussehen sollen: "Klingeln die, bevor sie angreifen?" Nicht weniger bissig betrachtete Schüßler die Ereignisse rund um Eros Ramazzottis Ex-Frau Michelle Hunziger, "Spitzenpopper" Dieter Bohlen oder Daniel Küblböck, bevor er auf "Deutschland sucht den Superkanzler" Gerhard Schröder, seine Regierungsriege und Politik einging. In Sachen Gesundheitsreform prognostizierte er die Eigenoperation und vermutete, dass die Lebertransplantation "vom Wirt in der Stammkneipe auf dem Tresen" durchgeführt wird. Viel Spaß hatten die Zuschauer auch beim Thema Italien und "Beleidigung der Deutschen". Unter einer zerzausten schwarzen Perücke, versehen mit einem Strohhut, stellte "Schüssel" bei Trällern verschiedener Italo-Schlager fest, dass er sich einfach nicht "entitalienisieren" lassen könne. Die Oberurseler Bürgermeisterwahl kam selbstverständlich ebenfalls nicht zu kurz. Zur Musik des Klaus-Lage-Hits "Tausend Mal berührt" sang er "tausendundeine Nacht - und es hat Brum gemacht" und scheute nicht davor, den Kandidaten Thorsten Schorr oder Christoph Müllerleile Fehler in mancherlei Hinsicht nachzuweisen - selbstverständlich in seiner gewohnt humorvollen Art. Fehlen durfte natürlich auch nicht das Thema "Brunnenfest-Motzer". Er schimpfte darüber, dass selbst Alteingesessene das Fest torpedierten, und befürchtete, dass "wir uns eines Tages fragen müssen, was das Brunnenfest eigentlich war". Mit seinem derart bunt und vielfältig zusammengestellten Programm, in dem er sich noch dazu mit Bundesliga, Schumacher und Friedmann beschäftigte, bereitete "die Schüssel" seinen Anhängern einen kurzweiligen und vergnügten Abend. Der Kabarettist, der in seinem wahren Leben Angestellter der Stadt im Sport- und Kulturamt ist, tritt an zwölf weiteren Terminen bis zum 27. Dezember auf. Karten gibt es unter (0 61 71) 5 82 99.
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